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| Wie gesagt,
aus La Paz sind wir ziemlich überstürzt abgereist. Wir wollten frische
Luft, wir wollten tief durchatmen, wir wollten Weite und Ruhe. All dies
sind Dinge, die La Paz nicht zu bieten hat - dafür aber der Titicacasee.
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sind wir mit dem Bus nach Copacabana gefahren, diese kleine Stadt am
Titicacasee, die zwar touristisch, aber nun in der Nebensaison dennoch ruhig, entspannt und
charmant ist. Hier hat Thomas erst mal seinen Infekt auskuriert und wir
haben all das genossen, was wir in La Paz vermisst haben. Wir sind durch
die ruhigen Strassen des Städtchens gebummelt, haben dem Treiben vor der
Kathedrale zugeschaut, sind an Seeufer gesessen und haben das Glitzern der
Wasseroberfläche bewundert und in die Weite geblickt. Und vor allem - wir
haben tief und genussvoll durchgeatmet.
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Strassenszene
in Copacabana
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Die Stadt wird
dominiert von einer großen, strahlend weiß leuchtenden Kathedrale, die
mit ihren bunten Kacheln wirklich eine Augenweide ist.
Diese Kathedrale
beherbergt eine für die Einwohner der Stadt sehr bedeutende Madonna.
Diese darf, so sagt man, nie von der Kathedrale entfernt werden, weil sonst ein große,
verheerende Flut die Stadt zerstören würde.
Das Tor zur Kathedrale
ist eine doppelflügige geschnitzte Tür, die sowohl biblische als auch
Alltagsszenen der Menschen am Titicacassee darstellen. Die Szenen sind so
detailliert und dreidimensional dargestellt, dass sie mitunter nahezu
lebendig wirkten. |
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| Als wir samstags die Kathedrale besucht haben,
konnten wir ein für uns eigenartig anmutendes Zeremoniell beobachten. Vor
der Kathedrale standen reihenweise mit Blumen, Girlanden, Flaggen und
farbigen Bändern geschmückte Autos, Trucks, Busse,... |
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Die Fahrzeuge wurden mit Alkohol begossen, die Besitzer und
deren Gäste tranken Wein, Bier und Sekt,... ein kurzer Segen des
Pfarrers und man fuhr anschließend mit dem geschmückten Fahrzeug durch
die Stadt.
Nun - das Ganze ist
allemal billiger als eine Versicherung.
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| Die
Sonneninsel inmitten des Titicacasees war für mich neben der Tour über
das Altiplano ein weiteres Highlight während unseres Aufenthalts in
Bolivien.
Für die
frühen Einwohner der Gegend um den Titicacasee war diese Insel die Geburtsstätte verschiedener
Götter, u.a. der Sonne selbst. Der Legende
nach, soll hier der erste Inka auf direktem Befehl der Sonne erschienen
sein.
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| Mit dem Boot haben wir uns in den Norden der Insel bringen lassen um dann auf
alten Inkapfaden nach Süden zu wandern. Im Dorf haben wir noch Brot,
Schafskäse und Tomaten gekauft, bevor wir die Tour mit der Besichtigung
einiger alten Inkastätten begannen.
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| Blick
auf die Cordillera Real während der Überfahrt auf die Isla del Sol |
| Diese kleine Insel beherbergt
einige archäologischen Stätten, die es
wert sind, besucht zu werden. Auch wenn wir nicht so tief in die Geschichte der
Inkas eintaucht sind, so konnten wir durchaus verstehen, dass diese Insel
von den Inkas als spirituelle Stätte genutzt wurde - die Klarheit, die Weite,
die Schönheit, die atemberaubenden Ausblicke - all das lässt das Göttliche
(in welcher Form auch immer man daran glaubt) näher rücken.
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Die Wanderung war wunderschön.
Immer auf dem Höhenrücken der Insel durch die karge Landschaft der Isla del
Sol, im Osten die traumhaften Blicke auf die Cordillera Real, das Blau und tiefe
Grün des Sees, die kleinen Buchten, die uns oft an das Mittelmeer erinnerten,
die Stille und die saubere Luft - es war uns eine Freude und ein Genuss über
diese Insel zu wandern. Wenngleich wir merkten, dass eine Wanderung auf ca. 4000
Höhenmeter, auch dann, wenn man gut akklimatisiert ist, nicht zu
vergleichen ist mit einer Wanderung auf 1000 oder 2000 Höhenmetern.
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Immer
entlang des Höhenrückens.... |
...mit schönen Blick auf die Buchten des Sees... |
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... und
die schneebedeckten Berge der Cordillera Real. |
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Vesperpause |
| Am späten Nachmittag näherten wir uns dem Dorf am südlichen Ende der Insel
und sahen einen schönen, einladend wirkenden Garten. Auf der Mauer des Gartens
saß eine junge Frau und fragte, ob wir eine Unterkunft bräuchten....... Um es
kurz zu machen - sie bot uns ein schnuckeliges Zimmer mit einem Bett mit warmer,
leichter Federdecke (wo wir sonst nur 5 Schichten schwerer Wolldecken
hatten).
Das Gästehaus wurde von
einer liebenswürdigen Familie geführt, hatte eine ausgesprochen angenehme
Atmosphäre - und innerhalb weniger Minuten haben wir entschieden,
nicht wie geplant nur eine Nacht auf der Insel zu verbringen, sondern gleich
zwei.
Die Seniora bekochte uns
mit köstlicher Quinoasuppe und Forelle aus dem See während wir den
dramatischen Sonnenuntergang über den See betrachteten. |

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| Es gab keinen Strom und das Gästehaus lag abseits des Dorfes und somit war
es still und genau das, was wir suchten. In der ersten Nacht wurden wir durch
ein heftiges Gewitter mit ebenso heftigem Hagelsturm geweckt......das Dach
unseres Zimmers war nicht dicht und als Hagelkörner auf dem Bett landeten, haben wir mitten in der Nacht mal kurz das Zimmer umstellen müssen. Nichts
desto trotz - es war die schönste Unterkunft, die wir in Bolivien hatten (und
das für € 8,00) |
| Am nächsten Tag wollten wir eine kurze Tour zu einigen weiteren
archäologischen Anlagen machen - leider haben wir gleich 2x den Weg verfehlt
und so wurde aus einem 2 std. Spaziergang ein 4 1/2-stündige Wanderung. Nun -
wir können sagen, wir haben wirklich viel von der Insel gesehen. |

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Am Tag unserer Abreise hat es geschüttet und so sind wir im Regen zum Hafen
gewandert um dort auf das Boot zurück nach Copacabana zu warten.... |
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| ....denn wir
mussten ja pünktlich um Champions- League-Spiel Bayern München - Manchester United zurück sein. So
hat Thomas in einer Kneipe das Fussballspiel geschaut, während ich in der Sonne
saß und die Details zur Weiterreise geplant habe. |

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| Leider ist während dieser Zeit jemand in unser Zimmer im Hostal
eingedrungen und hat den Tauchcomputer geklaut. Nachdem wir das gemerkt haben,
war ich echt demoralisiert - weniger wegen des materiellen Verlustes, sondern
vielmehr deshalb, weil die Vorstellung, dass jemand Fremdes in unseren Sachen
gestöbert hat, äußerst unangenehm war und auf mich übergriffig wirkte. |
| Wir haben den
Verlust erst am nächsten Tag bemerkt, als wir schon in Peru waren.
Hätten wir es am Abend bemerkt, hätte uns das leckere Essen im besten
Restaurant des Ortes sicher nicht so gut geschmeckt. |
| Liebe Tanya,
lieber Michael, lieber Sepp, vielen Dank für den Tipp mit dem Restaurant.
Dir, lieber Sepp wünschen wir einen guten Start in den Alltag und Euch,
Tanya und Michael, eine gute Reise in die Südsee. In Gedanken begleiten
wir Euch. |
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