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| Tansanias
Norden (6.-8. Reisewoche) |
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| Die
Zeit fliegt dahin, mittlerweile sind wir seit 8 Wochen unterwegs und nun
neigt sich auch unsere Zeit im Norden Tansanias dem Ende entgegen. Wir
sind bereits mit den Vorbereitungen für die nächste Etappe unserer Reise
beschäftigt. Doch bevor wir am Mittwoch nach Südafrika fliegen, wollen
wir alles erledigt haben - Bilder aussortieren und bearbeiten, alle
E-mails beantworten und unsere Homepage auf aktuellen Stand bringen.
Dafür haben wir hier in Arusha, dem touristischen Zentrum in Norden des
Landes, allerbeste Bedingungen. Hier gibt es alles, was das Travellerherz
begehrt: gute Unterkunftsmöglichkeiten, viele Restaurants
und Kneipen, Internetzugänge, Banken, Einkaufsmöglichkeiten, ....
Mit der nahegelegenen Serengeti und anderen
Nationalparks, dem Kilimandscharo und der Ngorongoro Conservation Area ist
der Norden Tansanias für viele Menschen Afrika pur. Und auch für uns waren
die Nationalparks Anlass, Arusha als Basis zu wählen.
Am Fuße des Berges Meru,
auf ca. 1300 m gelegen, ist Arusha üppig grün und das Klima hier ist angenehm und ganzjährig gemäßigt. Tagsüber sehr warm, mitunter auch
heiß, und nachts angenehm kühl.
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| Wie
gesagt, auch wir wollten die Nationalparks besuchen und planten eine
Camping-Safari. Es gibt hier unzählige Touranbieter - manche mehr, manche
weniger seriös. Sie alle bieten Safaris in die Nationalparks und
Trekkingtouren auf den Kilimandscharo oder Mount Meru an. Wir wussten recht genau,
welche Parks wir besuchen wollten und hatten zwei Empfehlungen, was die
Sache natürlich enorm vereinfachte. So sind wir in die Büros der beiden
Anbieter, haben uns Angebote unterbreiten lassen, Preise verglichen,
gehandelt - und haben uns innerhalb einer Stunde entschieden. Eine Camping-Safari stand auf dem Plan - wir beide,
Andrew unser Fahrer/Guide
und Hussein, unser Koch. |
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| Auf
der unten angefügten Karte sind, zur Orientierung, alle Parks
eingetragen, die wir besucht haben. Die kleinen gelben Kästchen sind die
Camps, in denen wir übernachtet haben.
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| Arusha-Nationalpark |
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| Unsere
Tour begann mit einem Besuch des Arusha Nationalparkes, einem der
kleinsten Nationalparks des Landes. Nachdem wir dort waren und uns einen
Eindruck verschafft haben, sind wir der Meinung, der Arusha-Nationalpark
verdient das Prädikat "klein aber fein". Eine unglaublich
schöne, abwechslungsreiche Landschaft mit Seen, Wald- und Buschland und
nicht zuletzt dem Ngurdoto-Krater (oft auch der kleine Ngorongoro-Krater
genannt) machen diesen Park zu einem Kleinod. |
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| Das
Highlight des Besuchs im Arusha-Nationalpark (läuft unter der Kategorie
"once in a lifetime") waren für mich die Flamingo-Kolonien am großen Momela-See. Wie viele Seen im
afrikanischen Grabenbuch ist dieser See sehr flach und sodahaltig und
zieht jede Menge Watvögeln, vor allem Flamingos an. Selten habe ich etwas schöneres gesehen, als Hunderttausende von zartrosafarbenen
Flamingos, die eng an eng im sodahaltigen Wasser stehen. Wenn Tausende von
Flamingos gleichzeitig auffliegen ist das ein einzigartiges
Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht. Wir sind stundenlang dort
geblieben und haben uns kaum satt sehen können. |

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Als
wir am frühen Abend auf dem Weg aus dem Nationalpark waren, standen
direkt am Wegrand im warmen Licht der Abendsonne elf Giraffen. Auch
wenn wir mittlerweile schon -zig Giraffen gesehen haben, ich bin immer
wieder neu fasziniert von diesen schönen, anmutigen Tieren. |
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| Tarangire-Nationalpark |
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| Der Tarangire - Nationalpark ist
besonders in der Trockenzeit ein ausgezeichneter Ort für
Tierbeobachtungen. Aufgrund des Tarangire-Rivers, der ganzjährig Wasser
führt, lockt er große Herden von Zebras, Gnus, Antilopen, Gazellen,
Impalas, Giraffen und vor allem Elefanten an. Wo viel Wild zu finden ist,
da sind auch Raubkatzen wie Löwen und Leoparden nicht weit. |
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| Ein
ganz außergewöhnliches Naturschauspiel bot sich uns am Tarangire-River.
Herden von Zebras, Gnus und eine große Gruppe Elefanten standen am Fluss
um zu trinken. Im Schatten eines Busches lag seit geraumer Zeit dösend
eine Löwin, die nicht wirklich interessiert schien. Dies
änderte sich schlagartig, als in der Zebraherde ein verletztes Tier
auszumachen war. Eigentlich jagen Löwen in der Dunkelheit und nicht
mitten am Tag - aber diese Chance konnte sich die Löwin nicht entgehen
lassen......s. Bilder |
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| Dieser
Akt fand ca. 15-20 m von uns entfernt statt. Andrew fand die Sache
unglaublich, Thomas fand es aufregend und ich fand es grausam (aber die
Natur ist grausam). Die Todesschreie des Zebras haben mich noch Tage
verfolgt. Als wir am nächsten Tag noch mal hin sind, war vom Zebra nichts
mehr zu sehen. |
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| Lake
Manyara - Nationalpark |
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| Der
Manyara-Nationalpark ist landschaftlich überraschend abwechslungsreich.
Manchmal wähnte man sich im Regenwald, welcher durchzogen von kleinen
Wasserläufen sehr grün und üppig erscheint. Der größte Teil des
Parkes ist jedoch Busch- oder Grassavanne. Der Salzsee, der dem Park den
Namen gab, ist derzeit nicht viel mehr als ein kleiner Tümpel. In der
Regenzeit jedoch, wenn der See mit Wasser gefüllt ist und Hunderte von
verschiedenen Vogelarten anlockt, ist er ein Paradies für Ornithologen. |
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| Es
gibt zwei Nationalparks auf dieser Erde, in denen man Löwen beobachten
kann, die auf Bäume klettern. Dies ist Ishasha, ein Teil des Queen
Elisabeth-Nationalparkes in Uganda und der Manyara-Nationalpark. Wir haben
natürlich schon in Uganda gehofft, diese besondere Spezies von Löwen zu
Gesicht zu bekommen - leider wurde diese Hoffnung weder dort noch im
Manyara - Nationalpark erfüllt. Aber was soll´s, dafür haben wir
jede Menge anderer Tiere gesehen - auch solche, die vielleicht nicht ganz so
spektakulär sind wie Löwen und Leoparden. |
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| Serengeti-Nationalpark |
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| Die meiste Zeit unserer Safari
haben wir in der Serengeti verbracht und diese hat zweifellos den
nachhaltigsten Eindruck bei uns hinterlassen. Die Serengeti ist der
größte (über 14.700 qkm) und zugleich älteste Nationalpark des Landes und wurde vor allem durch die Bemühungen
von Prof. Dr. Grzimek und seinem Oscar-prämierten Film "Die Serengeti
darf nicht sterben" bekannt. Der Name Serengeti stammt von den
Maasai und bedeutet soviel wie "endlose Ebene". Und so ist es
tatsächlich. So weit das Auge reicht, nichts als ebene Grasfläche. Aber
die Serengeti ist viel mehr. Fast 2/3 des Parks sind bedeckt mit
Buschsavanne oder Wald. Und gemeinsam mit dem benachbarten
Ngorongoro-Krater und der im Norden auf kenianischer Seite angrenzenden
Maasai Mara bildet er ein riesiges Schutzgebiet (über 40.000 qkm) und
Ökosystem welches Schauplatz der größten Wildbewegungen der Erde ist.
Alljährlich wandern 1.6 Millionen Gnus, auf der Suche nach Weideland von
der Serengeti in die Maasai Mara und sobald dort die Trockenzeit beginnt,
wieder zurück in die Serengeti. Nun, im September, sind die großen
Gnuherden in der Maasai Mara, aber ein Besuch in der Serengeti lohnt sich
das ganze Jahr. Die Tage, die wir dort verbracht haben, haben wir von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit Tierbeobachtungen zugebracht. Und
wir haben soviel gesehen, dass es mir schwerfällt, die Besonderheiten
herauszustellen. Aber ich erinnere mich an ...
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...schöne
Sonnenauf- und -untergänge über der weiten Ebene,
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...an
riesige Büffelherden mit Tausenden von Tieren, die langsam über die
Grasebene zogen, |
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| ...an
große Löwengruppen, die vollgefressen am Morgen in der Sonne lagen, |

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...an
Leoparden, die ihre gerissene Beute in Bäumen deponierten und selbst
entspannt auf dicken Ästen lagen, |
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....an
große Herden von zierlichen Thomson-Gazellen,
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...an
kleine und große Gruppen von wunderschön gezeichneten Zebras. |
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| ...und
an Hyänen, Schakale, Topis, Elefanten, Flusspferde, Ibisse, verschiedene
Arten von Reihern und Störchen, Bienenfresser, Ägyptische Gänse,
Hornbills, Kingfisher, Warane, Krokodile, Gnus, Impalas, Wasserböcke,
Buschböcke, ....wie gesagt, ein Besuch in der Serengeti lohnt sich
immer. Und es sind bei weitem nicht nur die Tiere, die diesen Park so
einzigartig machen. Es ist die Kombination aus Ursprünglichkeit, Stille,
Wildnis und dem immerfortwährendem Zyklus von Geburt und Tod. |
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| Ngorongoro
Conservation Area |
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| Der
Ngorongoro-Krater ist das vielleicht meistbesuchteste Ziel Tansanias und
eines der bekanntesten Tierbeobachtungsgebiete in ganz Afrika. Dabei ist
der Krater selbst nur ein kleiner Teil der fast 9000 qkm großen
Ngorongoro Conservation Area, welche mittlerweile ein Unesco-Weltnaturerbe
ist. Das Ngorongoro-Gebiet hat nicht den Status eines Nationalparks, weil
dort die Maasai leben und im Krater selbst Weiderechte für ihre Rinder,
Ziegen und Schafe haben. |
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Bei unserer Fahrt von der
Serengeti zum Ngorongoro-Krater sind wir über den 2100 m hohen
Kraterrand, wo es schweinekalt und neblig war, 600 m in den Krater
hinabgefahren.
Im Krater, der einen
Durchmesser von ca. 20 km hat, gibt es ganzjährig Frischwasser, was mit
ein Grund für die Tierdichte ist. Auch jetzt, in der Trockenzeit sind
große Gnuherden , Zebras, verschiedene Gazellen, Antilopen,
Elefanten, Löwen, Flamingos,...zu beobachten und wir haben auch zwei der seltenen
Nashörner gesehen - wenn auch nur von weiter Ferne.
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| Die
steilen Wände des Kraterrands bilden eine beeindruckende Kulisse
für das Leben im Krater. Und dennoch war ich etwas ernüchtert -
vielleicht weil ich einfach zu viel erwartet hatte. Ich hatte noch die
Bilder der Serengeti im Kopf - Bilder von Abgeschiedenheit und Stille - und
war wohl auf die vielen Besucher im Ngorongorokrater nicht gefasst. Vor
allem die vielen Fahrzeuge, die sich mitunter um ein Tier drängen und die
damit verbundene Geräuschkulisse von klickenden Kameras, startenden
Fahrzeugen, der Unterhaltung von anderen Touristen, laufenden
Radios,....fand ich nicht wirklich prickelnd. Und dabei ist aktuell
Nebensaison - ich will mir gar nicht vorstellen, was da in der Hauptsaison
los ist.
Zunächst hatten wir
geplant, im Camp auf dem Kraterrand zu übernachten. Nachdem Andrew jedoch
den Vorschlag machte, noch zum Lake Eyazi zu fahren und dort auf einen
Campground zu gehen, war mir das wirklich sehr recht, weil ich wusste,
dass es auf dem Kraterrand nachts wirklich sehr kalt wird (derzeit
manchmal um die 5 °C). Und die Entscheidung war gut - am nächsten Tag
haben wir Franzosen getroffen, die berichteten, das Camp sei
überfüllt und die Nacht sei lausig kalt gewesen. |
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| Lake
Eyazi und Besuch bei den Hadzabe |
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| Die
Fahrt zum abgeschiedenen Lake Eyazi war anstrengend. Die Strasse ist so
schlecht, dass wir uns an Uganda erinnert sahen und die Gegend so
ausgetrocknet, dass wir uns fragten, wie dort Menschen leben könnten. Als
wir ankamen, waren wir komplett eingestaubt. Dafür war das Camp
sehr schön. Wir waren die einzigen dort und es gab nichts außer uns
vier, einem majestätischen Sternenhimmel und eine unglaubliche Stille in
der Nacht. Aufgrund der großen Trockenheit war der See komplett
ausgetrocknet. In der Regenzeit ist er jedoch ein Anziehungspunkt für
viele Wasser- und Watvögel und somit ein ausgezeichneter Ort für
Vogelliebhaber. |

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10-15 km (one
way!) Fußmarsch für ein paar Liter Frischwasser |
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| Für
uns war die Gegend um den Lake Eyazi deshalb attraktiv, weil wir wussten,
dass dort Menschen vom Stamm der Hadzabe leben. Die Hadzabe kamen
vermutlich schon vor 10 000 Jahren in diese trockene und heiße Gegend und
leben nach wie vor als nomadisierende Jäger und Sammler. Ihre Sprache ist
durch Klicklaute charakterisiert. Ein Besuch bei diesen Menschen ist wie
das Eintauchen in eine andere Welt.
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| Andrew hat für uns einen
local guide organisiert, der die Sprache der Hadzabe spricht und wusste,
dass sie derzeit ihr Lager beim ausgetrockneten Flussbett haben. Als wir
am frühen Morgen ankamen, saßen alle, Männer und Frauen getrennt, um
ein wärmendes Lagerfeuer. Die Männer rauchten Marihuana (auch gegen den
Hunger) und richteten
ihre Waffen (Pfeil und Bogen). Die Hadzabe jagen Paviane, Antilopen, Kudus,
manchmal auch Löwen (mit giftigen Pfeilen) und nun, in der Trockenzeit, hauptsächlich
Vögel (mit stumpfen Pfeilen).
Die Frauen sammeln Früchte, Wurzeln, Samen und den Honig wilder
Bienen, was neben dem Fleisch der
erbeuteten Tiere die Nahrung vervollständigt. Die Felle der gejagten
Tiere dienen als Decke oder als Kleidung. |
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Marihuana-rauchender
Chief der Hadzabe |
Kudu-Felle |
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Wir hatten
die Möglichkeit, mit einigen Männern des Stammes zur Jagd zu gehen.
Ausgestattet mit selbstgefertigten Bögen und Pfeilen ging es in
zügigem Tempo, begleitet von Hunden, in den Busch. Wir hatten
Mühe, dem Tempo mitzuhalten. Unser Guide, selbst zugedröhnt mit
Marihuana, fiel zurück und war irgendwann nicht mehr zu sehen. Die Jäger
waren auf der Suche nach Paviane oder Antilopen. Leider waren diese nicht
zu finden. So
jagten sie Vögel, wobei der erfolgreichste Schütze ein
ca. 9-jähriger Junge war, der innerhalb von ca. 2 Std. 4 Vögel
erlegte. |
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| Natürlich
war es grausam, wie die Vögel,
teilweise noch lebend und von einem Pfeil durchbohrt, von den Bäumen
fielen. Und natürlich haben wir uns gefragt, wie man von so kleinen
Vögeln satt werden soll. Aber es steht uns nicht zu, darüber zu
urteilen. Denn wir leben ein Leben, das mit nichts mit dem der Hadzabe
vergleichbar ist, und vor allem hatten wir noch nie wirklich
Hunger.
Nachdem wir zum Lager
zurück kamen, wurden die Vögel sofort über dem offenen Feuer gebraten.
Wir wunderten uns, dass
wir bei dem von uns besuchten Clan nur 3 Kinder sahen. Später erfuhren
wir, dass ca. 40 % der Kinder bereits im Säuglingsalter, meist an
Malaria, sterben.
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| Während
der Safari... |
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| ....hatten
wir viel Freude bei den täglichen Tierbeobachtungen. Doch wäre die
gesamte Tour nicht halb so gut gewesen, hätten uns nicht Andrew und
Hussein begleitet. Andrew, der uns, trotz heruntergekommenem Jeep überall sicher chauffierte und Hussein, dem es ein
Herzensanliegen war, uns mit leckerem Essen zu versorgen. Ich war immer
wieder beeindruckt, mit welch´ einfachen Mitteln er mitten im Busch
leckeres Essen zubereitete, u.a. eine leckere Gemüsequiche über offenen
Feuer - das muss man können. Und als er erfuhr, dass ich gerne Avocados
esse, er aber keine dabei hatte, hat er doch glatt ein Tauschgeschäft mit
einem anderen Koch gemacht, so dass wir fast täglich leckere
Avocados genießen konnten. Das nenn´ ich Kundenorientierung. |
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Die
Camps unterwegs waren, nun sagen wir mal, rustikal. Besonders die
staatlichen Campgrounds waren mitunter richtig basic und vor allem
superstaubig. Im Camp mitten in der Serengeti, wo täglich nahezu 20-30
Zelte stehen, gab es lediglich eine Toilette für Frauen und eine
für Männer. Für alle gab es zusammen eine Dusche. Da hieß es gut zu
überlegen, wann man aufs Klo oder in die Dusche geht, um lange
Wartezeiten zu vermeiden.
Privater, sehr schöner,
Campground beim Arusha-Nationalpark |
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| Die
Camps in den Nationalparks sind wirklich mitten im Busch und haben keine
Zäune, so dass alle Tiere in die direkte Nähe, bzw. auf den Campground
können. Ich wusste das zwar, war beim nächtlichen Pinkeln aber dennoch
recht entspannt. Eines Nachts sind wir jedoch aufgewacht, weil
plötzlich Wallung auf dem Platz war. Leute sprachen laut, es wurde mit
Taschenlampen rumgeleuchtet. Thomas wurde ungehalten und bat mit Hinweis
darauf, dass es 1.00 Uhr nachts sei, um Ruhe. Da sagte ein Guide, der im
Nachbarzelt lag: "Don´t go to the toilet, there are lions."
Thomas Kommentar: "Sehr witzig." Aber es hat tatsächlich
gestimmt. Am nächsten Morgen erzählte Hussein, dass immer wieder
Löwen ins Camp kommen, um am tropfenden Wassertank (wo immer eine
Pfütze stand) Wasser zu trinken. Zum Glück habe ich das nicht früher
gewusst... |
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| Und
es wäre so schön gewesen vor dem Einschlafen dem Heulen der Hyänen und dem Brüllen der Löwen zu lauschen, wären da nicht
(auf fast jeden Campground) Schnarcher, die den
gesamten Campground beschallten. Zum Glück haben wir obligatorisch
Oropax im Reisegepäck. |
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| Nach
der Safari... |
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| ....stand
erst mal eine Großreinigung an. Nicht nur wir selbst, auch unsere
Rucksäcke, Schlafsäcke, Iso-Matten, Kleider und Trekkingschuhe waren
unsagbar dreckig. Wir
waren so staubig und dreckig, dass selbst nach dem zweiten Einseifen immer
noch eine derart braune Brühe von uns herunter lief , dass eine dritte
Seifenbehandlung notwendig wurde. Am späten Abend, als wir uns wieder in
einen gesellschaftsfähigen Zustand versetzt hatten, gingen wir noch
gepflegt essen und haben uns dann in saubere Laken gekuschelt - das war
ein richtiger Genuss.
Wir haben in Arusha eine
sehr schöne, nette Unterkunft gefunden, in der wir uns richtig wohl
fühlen. Die Infrastruktur in dieser Stadt ist ausgezeichnet und somit
haben wir gute Bedingungen, die nächste Reiseetappe zu planen. Wir haben mittlerweile die Reiseführer für Südafrika,
Botswana und Namibia sowie Busfahrkarten nach Daressalam gekauft, Bargeld
geholt, unser Reisekonto überprüft, nach einer Unterkunft in Daressalam geschaut,
den Flug
nach Johannesburg bestätigt, ...... |
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Doch
sind wir nicht nur mit Planungen beschäftigt. Wir nutzten die Zeit nach
unserer Safari natürlich auch, um noch das ein oder andere zu unternehmen. So haben wir
einige Kilometer von Arusha entfernt einen farbenprächtigen und
umtriebigen Markt besucht, zu dem die Maasai aus
kilometerweit entfernten Orten kommen, um hier Vieh zu verkaufen oder zu
kaufen. Doch nicht nur Vieh wurde gehandelt - es gab schlicht alles, was
man zum Leben braucht: Kleidung, Haushaltswaren, Obst, Gemüse, Öl, Reis,
Mais, Batterien,.....
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Und
da in Arusha derzeit "Mama Afrika", der einzigste Zirkus in ganz Afrika
gastiert, haben wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, und sind
hingegangen. Das war unglaublich gut - und stand in nichts der Afrika
Afrika-Show von Andre Heller, die vor einigen Jahren durch Deutschland
getourt ist, nach. Artistik vom Feinsten, Körperbeherrschung, Kraft und
Energie pur. Wir waren so begeistert, dass wir am nächsten Tag gleich
noch mal hin sind. Nicht unerwähnt bleiben sollte natürlich auch
Thomas´ aktive Beteiligung an einem Programmpunkt, bei dem vier
Zuschauer, u.a. Thomas, in die Manege geholt wurden. Seine live
performance on stage war wirklich gelungen und hat ihm viel Lob
eingebracht.
Und dann haben wir uns
auch ein wenig treiben lassen. Im Garten unserer Unterkunft gesessen und
gelesen, Tagebuch auf aktuellen Stand gebracht, mit anderen Reisenden
geplaudert, in der Patisserie Schokocroissant gegessen, die nun
vorliegende Seite der Homepage fertiggemacht, Bildergalerien eingestellt,..... wir finden,
wir waren sehr produktiv.
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| ...und
darüber hinaus... |
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| ...passen
wir uns immer mehr der afrikanischen Geschwindigkeit an und schlendern
gemächlichen Tempos durch die Straßen. Ganz nach dem Motte: "Go
slow in Afrika".
...gibt es für die
vielen Schlepper, die hier zugange sind, nur eine nützliche Strategie:
Freundlich und "verbindlich im Ton, aber hart in der
Sache". |
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| ...und
so geht´s weiter: |
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| In
wenigen Tagen fliegen wir nach Südafrika, holen dort den Jeep ab, den wir
schon reserviert haben und machen uns auf den Weg nach Botswana. Ich
freue mich schon auf das Reisen mit eigenem Auto und vor allem darauf, uns
selbst zu verpflegen. Nach zwei Monaten, in denen wir immer in
irgendwelchen Kneipen, Restaurants und Straßenständen gegessen haben, freue ich mich
auf´s selber Kochen. Thomas findet es nicht ganz so toll - er findet, das
sei dann wie zu Hause, wo man auch noch Geschirr spülen müsse. |
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| Wir
danken für all die lieben Grüße und Nachrichten von Freundinnen
und Freunden, Verwandten, Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen in unserem
Gästebuch oder als E-Mail. Wir freuen uns immer sehr über Nachrichten
von zu Hause. So
schicken wir herzliche Grüsse und
einige warme, afrikanische Sonnenstrahlen ins sicherlich bald herbstlich
werdende Deutschland-
Ellen und Thomas
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