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| Botswana
01.10.-16.10.2009 |
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| Während
ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir in Mokopane, einer Stadt im Norden
Südafrikas fest. Unser Auto steht in der Werkstatt, es ist Wochenende,
die benötigten Teile müssen am Montag in Johannesburg bestellt werden,
wenn alles klappt, sind diese am Dienstag morgen da und können eingebaut
werden. Und so haben wir Zeit, unsere Wäsche zu waschen, zu lesen, Thomas
zippt sich durch die -zig Fernsehkanäle und ich bearbeite die neue
Seite unserer Homepage.
Nachdem wir anfangs
natürlich ärgerlich waren, weil wir nun, auf dem Weg nach Mocambique
gestrandet sind, haben wir uns mittlerweile mit der Situation arrangiert
und können die Zeit genießen. Wir sind die einzigsten Gäste in einem
heimeligen Guesthouse, haben somit das ganze Haus, samt komplett
eingerichteter Küche, Waschküche, Garten und Pool für uns. Thomas
meinte vorhin, er sei schon schlechter gelegen (Er liegt auf einem
plüschigem Sofa, umrahmt von ebensolchen Kissen, und schaut sich im TV
das Finale des ATP-Masterturniers in Shanghai an.) |
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| ....doch
nun zu Botswana |
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| Botswana
war bislang der schwierigste Teil unserer Reise - einiges hat nicht so geklappt,
wie wir uns das gewünscht hätten, ständig
war was am Auto, die Tour war, vor allem mental, sehr anstrengend, wir waren oft
angespannt, mussten immer wieder improvisieren,....nichts desto trotz - wir
haben viel gelernt, und die Hauptsache: Wir sind gesund.
Dass unsere Zeit in
Botswana sehr misslich war, lag nun überhaupt nicht am Land selbst,
sondern vielmehr an Umständen, die wir teilweise nicht beeinflussen
konnten. Wir versuchen, die weniger guten Dinge unter dem Stichwort
"Zugewinn an Lebenserfahrung" abzuspeichern und die schönen
Dingen behalten wir vor unserem inneren Auge und in unserem Herzen.
Botswana werden wir aber
immer als Land mit ausgesprochen freundlichen Menschen in Erinnerung
behalten, in dem wir uns allzeit sicher gefühlt haben.
Bei unseren
vorbereitenden Recherchen zur Reise nach Botswana bin ich auf zwei Fakten
gestoßen, die ich so nicht wusste und die mich so oder so erstaunt haben.
- Botswana ist das am
wenigsten korrupte Land auf dem ganzen Kontinent. Das erstaunt umso
mehr, als dass es in den Ländern um Botswana selbstverständlich
scheint, dass Scheine über den Tisch geschoben werden, Gelder
irgendwo verschwinden und Günstlingswirtschaft an der Tagesordnung
ist.
- Botswana ist das Land
mit der höchsten HIV-Rate auf der ganzen Welt. Ca. 40 % der
Bevölkerung ist infiziert. Die Lebenserwartung liegt aktuell bei 35 !
Jahren. Was das mit der Wirtschaft eines Landes macht, kann man sich
vorstellen. Und zugleich ist das Thema AIDS und HIV-Infektion mit
eines der größten Tabuthemen des Landes. Die Regierung versucht
durch Aufklärungsmaßnahmen entgegenzusteuern - aber bislang nur mit
mäßigem Erfolg.
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| Wir
hatten für Botswana lediglich 2-3 Wochen eingeplant. Das Okawango-Delta
und zwei Nationalparks, wovon einer im Delta selbst liegt, standen auf der
Agenda. |
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| Mokoro-Tour
im Okawango-Delta |
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| Um
uns einen ersten Eindruck vom Okawango-Delta zu machen, haben wir eine Mokoro-Tour unternommen.
Mokoros sind Einbäume mit welchem die im Delta
lebenden Menschen durch die engen Kanäle und die Schilf- und
Papyruslandschaft stochern. Lebten die Menschen im Delta bis vor wenige
Jahren vom Fischfang, hat, sind die meisten nun als "Poler"
beschäftigt, was ihnen während der Haupttouristensaison ein
regelmäßiges Einkommen sichert. |
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| Auf
den ersten Blick wirkt das Delta wie eine endlose Schilf- und
Papyruslandschaft, dabei ist es durchzogen von kleinen, kaum wahrnehmbaren
Kanälen, kleinen Flussläufen, flachen Seen und vor allem Inseln, auf denen
Elefanten, Zebras, Antilopen, Gnus und Raubtiere leben und mitunter von
Insel zu Insel wandern. Doch wenn man erwartet, im Delta viele der o.g.
Tiere zu sehen, wird man enttäuscht. Vielmehr sieht man jede Menge
Insekten, einige Reptilien (Frösche und Warane) und Wasservögel. |
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| Wir
haben mit Shadrack, unserem Poler, auch eine kleine Wanderung auf einer
Insel unternommen und sahen uns plötzlich in direkte Nähe eines großen
Elefantenbullen.
Ohne den Schutz eines
Autos so nahe an einem Elefantenbullen zu stehen, ist zweifellos
aufregend.
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Es
war so unglaublich heiß auf der Tour (um die 40 °C) und als Shadrack
vorschlug, Baden zu gehen, war es keine Frage für uns, diesem Vorschlag
nachzugehen. Das Wasser im Delta ist
glasklar und erfrischend kühl - und Thomas fragte nach dem Bad: "Gibt´s
hier eigentlich Bilharziose?"
Wenn es sie gegeben
hätte - die Frage wäre zu spät gekommen. |
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| 170
l Diesel,.... |
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| 130 l
(Trink-)Wasser, 2 Ersatzräder, 2
5 l-Kartuschen Gas,
Lebensmittel für 10-12 Tage, 4 Bund Brennholz, Sandbretter und ein kleiner Kompressor - das
war neben unserer sonstigen
Ausrüstung, das Equipment für unsere Tour durch den Busch von Botswana.
Eine 9-tägige Tour durch
den Moremi - und Chobe Nationalpark im Norden des Landes stand auf dem
Programm. Diese beiden Nationalparks zählen, so diverse Reiseführer und
Berichte, zu den besten Tierbeobachtungsgebieten auf dem ganzen
afrikanischen Kontinent. Das lässt die Erwartungen natürlich in die
Höhe schnellen.
Beide Parks sind
nur mit einem Allradwagen zugänglich. Die Wege durch die Parks sind
anspruchsvolle Strecken, die vor allem durch weichen, tiefen Sand und
ausgefahrene Pisten schwierig werden. Aber nachdem wir in Australien schon
einige (sicher nicht einfache) Allradstrecken zurückgelegt haben,
fühlten wir uns relativ gut gewappnet. Außerdem hatten wir soviel Wasser
und Lebensmittel dabei, dass wir selbst dann, wenn wir irgendwo
liegengeblieben wären und 1-2 Tage auf ein vorbeikommendes Fahrzeug hätten
warten müssen, in keinerlei Bedrängnis gekommen wären.
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| In
beiden Nationalparks gibt es einige wenige staatliche Campgrounds, die
jedoch allesamt weit im voraus über das botswanische Wildlife-Department
gebucht werden müssen. Wir hatten sowohl das Permit für den Besuch der
Parks als auch die Campsites bereits vor einen halben Jahr beantragt und
somit sollte der Tour durch die beiden Parks nichts mehr im Wege
stehen. |

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| Moremi-Nationalpark |
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| Reisende,
die wir getroffen haben, berichteten uns, dass es eine Woche zuvor
tagelang geregnet hat, was es zu dieser Jahreszeit noch nie gab. Der
Moremi-Park war für einige Tage gesperrt, mittlerweile wieder geöffnet,
die Wege jedoch sehr schlammig und somit schwierig zu passieren. Damit
verbunden war natürlich auch, dass das Wild im Park überall
Wasser findet und somit nicht zu den Wasserlöchern kommen muss. Mit
diesen Infos sind wir gestartet. |
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| Und
es war wirklich sehr schlammig. Nicht durchweg aber immer wieder stand man
vor Schlammlöchern, von denen man nicht erahnen konnte, wie tief sie
sind. Und vor allem konnte man oft nicht wissen, wie der Untergrund
beschaffen ist. Aber da es keine andere Möglichkeit gab, mussten wir
durch. Es blieb natürlich nicht aus, dass wir zweimal steckengeblieben
sind - glücklicherweise sind wir beide Male ohne fremde Hilfe wieder
rausgekommen. Dennoch - manchmal hatten wir richtig Adrenalin im
Blut. |
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Eines der sehr
gemäßigten Schlammlöcher - bei den anderen war an fotografieren nicht
zu denken. |
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| Doch
leider war unser Besuch im Moremi-Nationalpark recht schnell unterbrochen.
Nach 2 Std. auf rauen Allradstrecken, merkten wir, dass irgendetwas
auf dem Boden schleift. Beim Blick unter das Auto glaubten wir unseren
Augen nicht zu trauen. Das Unterbodenblech war lose und hing vorne
runter. Es fehlten einige Schrauben - und dabei kam das Auto doch gerade
vom Service. Da brauchten wir nicht lange überlegen. Wir mussten zurück
in die nächste Stadt, dort zur Toyota-Werkstatt um die Sache reparieren
zu lassen. Natürlich waren die voll ausgebucht, der nette
Service-Mitarbeiter meinte jedoch, man könne uns zwischenschieben. Uns so
sind wir dann gesessen und warteten "in Geduld und Demut" - und
nie schien mir dieser Spruch passender. Geduld - weil "go slow in
Africa" und Demut, weil wir auf das Wohlwollen der Leute
angewiesen waren. Am nächsten Tag war alles fixiert und wir sind zurück
in den Park - verbunden mit der Hoffnung, dass das Auto jetzt hält. |
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Die
nächsten Tage haben wir den Moremi- Nationalpark durchfahren - Tiere gab
es wenig zu sehen, dafür Schlammlöcher, Sandpisten, umgestürzte Bäume,
die off-road umfahren werden mussten und das Highlight dieser Tour - ein
Gepard, der völlig entspannt an unserem Auto vorbeilief. Und
wenn dann mal der Wurm drin ist, dann aber richtig - nach einigen Tagen
merkten wir, dass die Bremse nicht mehr richtig zieht. Aber
umkehren hätte nichts genutzt - der Weg zurück wäre ebenso lang gewesen wie der
Weg zum Endpunkt unserer Tour. |

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| Chobe-Nationalpark |
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| Der
Chobe-Nationalpark ist durch den River Kwai und einen schmalen
Landstreifen vom Moremi-Park getrennt und ist bekannt für die größten
Elefantenherden in ganz Afrika und gleichfalls für die große
Löwenpopulation. Um es vorweg zu nehmen - Löwen haben wir keine
gesehen.
Denke ich zurück an den
Chobe-Nationalpark, dann denke ich an drei Dinge. An die Flussdurchquerung
auf dem Weg zum Chobe, an die letzen 20 km vor dem Leyanti-Camp im Norden
des Parks und die unglaubliche Hitze.
Auf dem Weg zum
Chobe-Nationalpark muss der River Kwai durchquert werden. Ich saß am
Steuer, als wir am Ufer des Flusses ankamen und sagte spontan: "Das
geht nicht - ich fahre da nicht durch." Der sonst in dieser
Jahreszeit schmale, seichte Fluss war aufgrund der vorangegangenen
Regenfälle zu einem breiten Strom angeschwollen, dessen Tiefe nicht
einzuschätzen war. Thomas war auch unsicher und so beschlossen wir zu
warten, bis ein anderes Fahrzeug kommt, um sich dann, im Falle des
Steckenbleibens, evtl. gegenseitig aus dem Wasser ziehen zu können. Wir
warteten und warteten....es kam keiner. Da wir zum nächsten Camp noch
eine lange Strecke vor uns hatten, und das Fahren bei Nacht gefährlich ist,
mussten wir zu einer Entscheidung kommen. Thomas suchte einen langen Stock
und durchwatete bzw. durchstocherte den Fluss auf der Suche nach den
flachsten Stellen für die Durchquerung. An den tiefsten Stellen war der
Fluss ca. 90-100 cm hoch und so wagten wir, d. h. Thomas, die Durchquerung.
Das Wasser schwabbte zwar über die Windschutzscheibe und tropfte in den
Fußraum - aber wir haben´s geschafft. Ihr könnt Euch nicht vorstellen,
wie erleichtert ich war. |
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| Die
Strecke zum Camp am Lenyanti-Fluss wurde uns von anderen Reisenden als
tückisch beschrieben. Der Sand sei weich, fein und tief, die Spuren tief
ausgefahren. Und genau so war es auch. Trotz reduziertem Reifendruck sind
wir mehrere Male steckengeblieben - konnten uns aber immer
selbst befreien. Als wir am Camp ankamen, haben uns südafrikanische
4-Rad-Freaks geraten, den Reifendruck auf 1,2 bar weiter zu senken. Wir
sind ihrem Rat gefolgt und sind am nächsten Tag, mit ziemlich platten
Reifen, ohne große Probleme die Strecke zurückgefahren. |
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Afrikanischer
Wildhund auf dem Weg zum Camp Lenyanti |
50 m von
unserer Campsite entfernt.... |
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| Dass
es um diese Jahreszeit locker um die 40°C heiß werden kann, haben wir
wiederholte Male gelesen. Aber irgendwie kann man sich das dann doch nicht
so wirklich vorstellen - aber die Hitze war schier unerträglich. Als wir eines Tages die Temperatur
(mit dem neuen Tauchcomputer) gemessen haben,
waren es 44°C im Schatten. Wir saßen regungslos im Schatten, schütteten
literweise Wasser in uns rein - und haben es augenblicklich durch alle
Poren wieder rausgeschwitzt. |
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| Nachdem
wir die ganzen Tage sehr wenige Tiere gesehen haben und deshalb auch etwas
enttäuscht waren, wurden wir dann am letzten Tag unserer Tour durch den
Busch etwas entschädigt. Eine riesige Elefantenherde mit ca. 100 Tieren
auf dem Weg zum Chobe-River überquerte vor und hinter unserem Auto den
Weg. Sie waren so nah bei uns, dass es uns wirklich etwas mulmig
wurde. |
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| Selbstverständlich
interessieren uns nicht nur die großen Tiere - sondern auch die vielen
Vögel, die wir meist direkt von unserem Zeltplatz aus beobachten
konnten. |
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| Kazane
und Umland |
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| Nachdem
wir wieder in der Zivilisation angekommen waren, und die Bremsen fast gar
nicht mehr zogen, haben wir das Auto wieder mal in die Werkstatt gebracht. Nach einem kurzen Check stand fest,
die hinteren Bremsbeläge sind kaputt und müssen ausgewechselt werden.
Leider waren die passenden Bremsbeläge nicht vorrätig und mussten erst
mal von irgendwoher geliefert werden. Wir haben das Auto in der Werkstatt
stehen lassen und haben noch eine Bootstour auf dem Chobe-River und eine
organisierte Tour nach Zimbabwe zu den Victoria-Fällen unternommen. |
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In der
Werkstatt in Kazungula |
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| Die
Bootstour auf dem Chobe-River hat uns einen ganz anderen Eindruck
vermittelt, als die Tour mit dem Auto durch den Chobe-Nationalpark. Man
sieht alles aus einer anderen Perspektive und sieht somit auch ganz andere
Dinge. Vor allem Wasservögel, eine Wasserschlange, Krokodile und Warane,
aber am späten Nachmittag, als die Sonne unterging, auch Kudus, Büffel,
Impalas und Säbelantilopen. Die Bootstour war eine wahre Oase der
Entspannung - der Fluss floß träge dahin, die untergehende Sonne warf
ein warmes Licht auf die Szenerie und die Stille tat der Seele wohl. |
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| Viktoria Fälle in
Zimbabwe |
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| Zimbabwe
- einst ein Vorzeigestaat und der "Brotkorb" des afrikanischen Kontinents ist heute ein
heruntergewirtschaftetes Land, in dem die Korruption Blüten treibt und
das Volk hungert. Lediglich die Wohltätigkeit und Nahrungsmittellieferungen aus dem Ausland
sichern das Überleben der Menschen, während
der Machthaber Mugabe und seine Familie im Ausland Millionen
verschleudern.
Wurde 1983 der Zimbabwe $ noch 1:1 gegen
einen US$ getauscht, lag der Wechselkurs im Jahr 2000 bereits bei 100:1
und 2007 dann bei 198 000 : 1. Mit dieser Hyperinflationsrate hat
es Zimbabwe in das Guinnessbuch der Rekorde geschafft.
Wir haben auf der Straße
von Victoria Falls einen 100 Trillionen Dollarschein angeboten bekommen -
gegen 1 US $. Wir fanden, dass dies ein ganz besonderes Souvenir ist
und haben mal schnell ein illegales Geldgeschäft getätigt. Der
reale Wert dieses Scheines ist nicht mal 0,50 US $. |
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| Wir haben eine Tagestour
nach Victoria Falls unternommen, um dort die Victoria-Fälle,
ein UNESCO-Weltkulturerbe und eines der sieben
Weltwunder, zu
besuchen. Und die Victoria-Fälle sind wirklich wunderbar und
zugleich atemberaubend. |
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| Als
David Livingston 1855, während seiner 4-jährigen Expedition zur Quelle
des Sambesi, diese Wasserfälle erstmals sah, nannte er sie nach der
damaligen Königin von England. Aber von den Einheimischen werden
sie nach wie vor Mosi-oa-Tunya
genannt, was übersetzt soviel wie
"der Rauch, der donnert" heißt. Wir fanden, dass dies eine
überaus passende Bezeichnung für dieses Naturwunder ist. Bereits aus
kilometerweiter Entfernung sieht man, tatsächlich eher wie Rauch
aussehend, die Gischt aufsteigen.
Auf einer Länge
von 1,7 km stürzt der Sambesi in eine 108 m tiefe Schlucht und
bildet zugleich die Grenze zwischen Zambia und Zimbabwe.
Und wenn man an den Fällen steht, die
gewaltige Energie wahrnimmt, mit der das Wasser in die Tiefe stürzt, und
die Gischt hunderte von Metern aufsteigen lässt, dann ist dies
atemberaubend und macht einen sprachlos.
Nun, während der Trockenzeit
fließen dort durchschnittlich 1 Million Liter Wasser in der Sekunde - in
der Regenzeit sind es bis zu 10x so viel. Dies übersteigt meine
Vorstellungskraft und lässt mich umso beeindruckter zurück. |
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| Zum
Mittagessen sind wir in das älteste und zugleich beste Hotel von Zimbabwe gegangen und haben auf der
wunderschönen Terrasse, umrahmt von englischem Rasen, mit Blick in die
Schlucht und die
Brücke über den Sambesi, und vor allem das leckere Essen und den
perfekten Service des Hotels genossen. Das war zwar richtig dekadent -
aber es war trotzdem schön. |
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| Shit
happens.... |
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| Es
gibt Tage, die würde man gerne aus dem Kalender streichen - für uns war
es der 16.Okt.2009, der Tag an dem wir Botswana, wegen des auslaufenden
Visas verlassen mussten und zugleich der Tag, an dem in Botswana ein neues
Parlament gewählt wurde und deshalb public holiday war. Wir haben ca. 100
km vor der Grenze zu Südafrika übernachtet und machten uns schon früh
am Morgen auf den Weg. Nach ca. 20 km kamen wir am eine
Veterinärkontrolle (wegen der Maul- und Klauenseuche), die mit einer
Schranke abgesperrt war. Diese Kontrollpunkte gibt es immer wieder auf den
Strassen, man hält kurz an, grüsst freundlich und wird in der Regel
durchgewunken. Ich wollte auch hier anhalten, trat auf die Bremse - keine
Reaktion. Nochmal und nochmal - abermals keinerlei Reaktion. Es war wie im
Film: Thomas schreit: "Brems´doch!", ich schreie, schon recht
panisch: "Die Bremse funktioniert nicht", recht und links
winkende, schreiende Menschen und mir blieb nichts anderes übrig, als das
Lenkrad festzuhalten und direkt auf die Schranke zuzubrettern. Wir sind
durch die Schranke gerauscht, die mit großem Getöse aufsprang und kamen
ca. 50 m dahinter zum Stehen.
Aufgeregte Menschen um
uns herum, wir sind ausgestiegen, Thomas versuchte den Kontrolleur zu
beschwichtigen, der sich tierisch aufregte, ich hatte weiche Knie und bin
vor Schreck erst mal in Tränen ausgebrochen. Es war furchtbar - ich
fühle mich so machtlos als ich merkte, dass die Bremse nicht funktioniert
und ich wusste, dass ich einen Unfall nicht verhindern kann. Nach
zwei Tagen Abstand können wir über die ganze Sache lachen. Thomas meint,
ich sei in James-Bond-Manier durch die Schranke gedonnert und hätte somit
noch eine Duftmarke in Botswana hinterlassen. |
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Dann
kam das volle Programm - Polizei wurde gerufen, wir mussten mit zur
Polizeiwache, eine Unfallbericht wurde erstellt, ich musste ein
schriftliches Statement abgeben, versicherungstechnische Fragen wurden
geklärt, ..... und nach ca. 3 Std. konnten wir wieder gehen. Die
Polizisten waren wirklich nett. Sie haben unser Auto gefahren, merkten,
dass mit der Bremse etwas nicht stimmt, und meinten, anbetracht der
Tatsache, dass unser Visa auslief, niemand verletzt wurde, der Schaden
sich auf eine verbogene Straßensperre reduziert, und alle
Autowerkstätten wegen der Wahlen geschlossen waren, wir sollten
versuchen, möglichst vorsichtig nach Südafrika zu fahren um dort das
Auto reparieren zu lassen. |
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| So
sind wir im Schneckentempo nach Südafrika gefahren. Von unterwegs haben
wir bei der Autovermietung angerufen und gebeten, dass sie bitte eine
Werkstatt in Grenznähe suchen sollten, damit wir schnellstmöglich von
der Straße kommen. Die nächste Werkstatt war in Mokopane, 200 km! weit
entfernt. Ok - so sind wir weitergefahren, höchst angespannt und
hochkonzentriert. Doch ca. 60 km vor dem besagten Ort ging nichts mehr -
der Wagen war kaum noch in der Spur zu halten, wir fuhren wir auf Eiern,
die Bremse ging mal gar nicht, mal ein wenig, beängstigende Geräusche
kamen vom linken Vorderrad und wir beschlossen, nicht weiter zu fahren. So
standen wir nun, in "the middle of nothing" (immerhin gab es ein
Handynetz) - und was dann kam glich einem Telefonmarathon. Werkstatt in Mokopane,
Abschleppdienst, Autovermietung, Fahrer vom Abschleppwagen, wieder die
Autovermietung, wieder die Werkstatt, Mechaniker, der schon im Wochenende
war, Guesthouse,... im Rückblick kam ich mir vor wie an so vielen Tagen
im Büro, die geprägt sind von stundenlangem Telefonieren. Wir fragten
uns, was man in einer solchen Situation eigentlich gemacht hat, als es noch keine Handys
gab?
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| Um es kurz zu machen -
wir haben ca. 2,5 Std. auf den Abschleppwagen gewartet, Thomas bekam vor
Wut einen
cholerischen Anfall, der glücklicherweise nur kurz andauerte,
abends um 18.00 Uhr sind wir in der Werkstatt angekommen, die mir vorher
telefonisch mitteilten, dass zwar schon alles dicht sei, wir das Auto aber
auf dem Hof abstellen können, ein Security-Mensch wüsste Bescheid und
würde uns reinlassen. Und zudem könne man mit der Reparatur erst am
Montag beginnen. |
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....und so landeten wir
in Mokopane.....s. nächste Seite dieser Homepage. |
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| Beziehungsbarometer |
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| Wie
gesagt, die Tour in Botswana war anstrengend und vieles hat nicht so geklappt, wie es
geplant war. Und zweifellos hat sich dies auch auf unsere Stimmung
ausgewirkt. Es sind mitunter, in Ton und Inhalt, auch weniger nette Dinge gesagt worden......aber wir haben uns bisher immer wieder
eingekriegt und haben beschlossen, dass wir die nächsten Wochen etwas
entspannter gestalten. |
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| Blitzlichter |
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- Wann immer wieder
etwas nicht klappte, irgendwas wieder kaputt ging, die Stimmung
schlecht war,....wurden gebetsmühlenartig zwei mittlerweile
geflügelte Worte von mir oder Thomas ausgesprochen. "Hauptsache,
wir sind gesund" und "Man weiß nie, für was es gut
ist". Mitunter gelang es uns damit, die Spannung aus manch
unguter Situation heraus zu nehmen und wieder auf eine sachliche Ebene
zu kommen. Andererseits wurde uns auch immer wieder bewusst, dass man
vieles schultern kann, wenn man gesund und fit ist.
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- Als wir von unserer Tour durch den
Busch von Botswana zurückkamen, waren wir staubig und schmutzig und
sehnten uns nach einer Dusche. Aber leider war es einer der Tage, an
dem es (mal wieder) kein Wasser gab. Da wurde uns wieder in aller
Deutlichkeit vor Augen geführt,
welch privilegiertes Leben wir in Deutschland führen. Wir machen den
Wasserhahn auf und es kommt immer sauberes Trinkwasser - je nach
Wunsch, warm oder kalt.
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- Ähnlich ging es uns,
als wir mit fast leerem Tank an eine Tankstelle gefahren sind und
man uns sagte: "Sorry, es gibt weder Benzin noch Diesel".
Wir fragten, wann denn wieder mit Sprit zu rechnen sei und man teilte
uns mit, ja vielleicht morgen, vielleicht aber auch erst übermorgen.
Ok - damit muss man rechnen. Wir haben uns ausgerechnet, dass wir mit
dem Inhalt unseres Reservekanisters und dem Rest im Tank wahrscheinlich
noch bis zur nächsten größeren Stadt kommen, die einige hundert
Kilometer entfernt lag. Dann sind wir noch mal zurück, weil wir noch
die Reifen aufpumpen mussten. Als wir ankamen, sahen wir schon den
Tankwagen auf der Straße vor der Tankstelle stehen und ein
Mitarbeiter sagte uns, wir sollten warten, es gäbe heute Abend noch
Sprit. Und so sind wir dann an der Zapfsäule stehen
geblieben....innerhalb kurzer Zeit standen die Autos Schlange, es
herrschte ein unglaubliches Chaos, die Autos standen kreuz und quer,
weil wenn es dann mal Sprit gibt, dann füllt man den Tank und
sämtliche zur Verfügung stehende Kanister auf und bunkert. Es hat
fast drei Stunden gedauert, bis der Tankwagen leer gepumpt war und wir
tanken konnten. Man braucht einfach Zeit in Afrika.
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- Was wir bis heute
nicht verstehen können und was uns doch sehr an einen
undurchdringlichen Verwaltungsdschungel erinnerte, war ein Erlebnis im
Savute-Camp inmitten des Moremi-Nationalparks. Wie gesagt, die Camps
müssen immer vorgebucht werden - und dennoch waren auf jedem Camp
immer 1-2 freie Plätze. Es war später Nachmittag und wir haben 4
Südafrikaner kennengelernt, die seit 15 Monaten mit ihren Landrovern
durch die Welt reisen. Nette, interessante Menschen, mit denen wir uns
gerne länger unterhalten hätten. Sie hatten keinen Platz vorgebucht
und so haben wir Ihnen angeboten, unsere Platz zu teilen. Man muss
sich vorstellen, dass eine Campsite oft größer als ein Fußballfeld
ist und da macht es nun wirklich nichts aus, ob ein oder drei
Fahrzeuge drauf stehen....man wird sich nicht stören. So machte sich
einer der vier auf zum Ranger, um ihm dies mitzuteilen und die
Campsite zu bezahlen. Nach einiger Zeit kam er zurück und meinte, der
Ranger sei nicht zu erweichen gewesen und würde es nicht erlauben,
dass sie ohne schriftliche Genehmigung hier campen würden. Auch sein
Hinweis darauf, dass ja noch einige Campsites leer wären und
wahrscheinlich niemand mehr käme, waren für ihn kein Argument, weil
sie ja keine schriftliche Genehmigung hätten und wer weiß,
vielleicht käme ja noch jemand. Wir waren sprachlos ob dieser
Ignoranz und mangelnden Flexibilität und fühlten uns doch sehr an
die deutsche Administration erinnert. Heute sind wir schlauer - sie
hätten einfach stehen bleiben sollen....es hätte kein Mensch gemerkt
und kein Hahn hätte danach gekräht, ob nun 1 oder 3 Fahrzeuge da gestanden
hätten.
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