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| SA
- Eastern
Cape 12.-22.11.2009 |
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| Für
mich der schönste Teil der Reise durch Südafrika waren die Tage im
Eastern Cape. Ich war mitunter wirklich ergriffen von der rauen Schönheit
der Küste, der Einsamkeit, der Weite und der unglaublichen Ruhe. Der
eigentliche Grund für den Besuch im Eastern Cape war die geplante
2-tägige Wanderung auf dem Alexandria Trail. |
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Als
Basis haben wir uns den kleinen Ort Canon Rocks ausgewählt, weil
er einen guten Ausgangspunkt für den Trail bot und zudem viele
Unterkunftsmöglichkeiten. Nun, außerhalb der Saison liegt dieses kleine
Dorf in einem Dornröschenschlaf - es ist unglaublich ruhig und liegt
ebenso schön.
Wir fanden eine
heimelige, großzügige Wohnung bei einem liebenswürdigen älteren
Paar, in direkter Strandlage. Einfach durch den Garten und wir
standen an dieser Treppe mit einem umwerfenden Blick über einen
atemberaubenden, kilometerlangen Strand. |
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| Kilometerlang
kein Mensch.... |
...und am
Abend saßen wir auf der Treppe und haben den Sonnenuntergang betrachtet |
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| In Canon Rocks
gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten und da wir uns für die geplante
Wanderung mit Lebensmitteln eindecken mussten, sind wir in das wenige
Kilometer entfernte Dorf Kenton on Sea gefahren. Dort haben wir
Ross kennen gelernt, der mit seiner Lebensgefährtin das kleine, aber
feine Café Voilà betreibt. Die kleine Snacks die es dort um die
Mittagszeit gab, waren nicht nur qualitativ eine willkommene Abwechslung
zu Sandwich, Burger, u.ä - auch das Auge kam auf seine Kosten.
Ross hat uns einige
wertvolle Tipps gegeben, was wir noch alles machen könnten... |
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| ...u.a.
von Kenton on Sea der Küste entlang bis zu einem einmündenden Fluss zu
laufen. Er meinte, das dauere eine halbe Stunde, sei aber wirklich
lohnenswert....es war so
beeindruckend, dass fast drei Stunden draus geworden sind, weil wir uns
nicht satt sehen konnten an den schroffen Felsformationen, den
wunderschönen kleinen Buchten mit weißen Sandstränden und den hohen
Wellen, die mit Macht an die Küste rollen. |
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| Alexandria
Hiking Trail |
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| Eine
zweitägige Wanderung mit Hüttenübernachtung ist für uns beide das absolute Highlight
der Zeit am Eastern Cape. Es war eine harte, anstrengende Tour - aber auch
unglaublich schön. Thomas meint, er wäre nie einen schöneren Trail
gelaufen.
Der Alexandria Hiking
Trail gehört zum Addo Elefant Nationalpark ist deshalb einmalig in
Südafrika, weil er drei völlig unterschiedliche Vegetationszonen
durchläuft. Zunächst führt die Strecke durch einheimischen Wald, dann
entlang des Strandes und anschließend über das größte Dünenfeld
der südlichen Hemisphäre. |
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| Die
Nacht vor der Wanderung verbrachten wir bereits in der ersten Hütte am
Ausgangspunkt der Tour. Und wir waren sehr überrascht über den Zustand
und die Ausstattung der Hütten auf dem Trail. Sehr gepflegt, gut
ausgestattet, gute Lage. Und da wir allein in der Hütte waren, in den
Schlafräumen große schwarze Spinnen saßen, haben wir uns ein
Matrazenlager im Aufenthaltsraum gemacht. Das war ein ganz anderes
Hüttenleben wie wir es schon in Neuseeland oder sonst wo hatten (ich sage
nur: der Geruch von 3xaufgewärmtem Schweiß und Schnarcher) und war echt gemütlich. |
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| Ausgerüstet
mit je 10 kg Gepäck (Schlafsäcke, Lebensmittel, Trinkwasser, Kleider z.
Wechseln und Zahnbürste) machten wir uns auf die 20 km lange Tagesetappe.
Vorher ging´s noch kurz an der Rangerstation vorbei, wo wir unser Permit
besorgten und die Gebühr für den Trail bezahlten. Und vor allem
muss man sich bei den Rangern
schriftlich abgemeldet und angeben, wann man beabsichtigen, zurück zu
kommen. Wird man überfällig, wird man gesucht.
Diese erste Etappe begann mit einer Strecke durch
einheimischen Wald, vorbei an riesigen Gelbholzbäumen, die an der Basis
ihres Stammes ein Wasserreservoir enthalten und durch die permanente
Feuchtigkeit dick mit Moos behängt sind. Anschließend ging es über
offenes Feld bis wir an den Strand kamen.
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| Und
hier begann dann der Teil der Wanderung, der uns immer wieder staunen
ließ, der uns in Freude versetzt hat und der uns eindrücklich in
Erinnerung bleiben wird. Die Weite, die Einsamkeit (wir haben zwei Tage
keinen Menschen gesehen), die Energie von Wind und Wasser und die
Schönheit und Vielfalt der Natur um uns. Und die Krönung: Auf dem ganzen
Weg entlang des Meeres haben uns Wale begleitet, die auf dem Weg in die
antarktischen Gewässer die Küste entlang ziehen. Da geht einem das Herz
auf. |
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| Und
da es mir schwerfällt, die Tour im einzelnen zu beschreiben, ohne dass
ich alle Leserinnen und Leser mit Superlativen langweile, hier nun einige
Bilder. Vielleicht gelingt es damit, ein wenig von der Stimmung, der
Einsamkeit, der Weite und der Schönheit der Natur zu
transportieren. |
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...
kilometerlang am Meer entlang, über teilweise festen, teilweise sehr
weichen Sand....nur wir, Kaptölpel, schwarze Austernfischer, Möwen,.... |
| Nach knapp 7
Stunden haben wir die Woody Cape Hütte erreicht. Wunderschön gelegen auf
den Klippen, umgeben von einheimischen Wald und spezifischer
Küstenvegetation. Der Blick über den Ozean war einfach
unbeschreiblich.
Die Hütte liegt direkt
gegenüberliegende der kleinen Insel Bird Island, auf der die weltweit größte
Brutkolonie von Kaptölpeln zu finden ist.
Auch diese Hütte hatten
wir für uns allein und haben eine ruhige Nacht verbracht. Es ist so
dunkel und so still, dass es schon fast unwirklich war. Und über uns
spannte sich ein endloser Sternenhimmel. |

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....angekommen
und genussvoll die Beine hochlegen... |
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| Die 16,5 km lange Strecke des
2. Tages führte uns dann über das größte Dünenfeld der südlichen
Hemisphäre. Das Alexandria Dünenfeld erstreckt sich über eine riesigen Fläche,
ist über 50 km lang und zieht sich über 4 km ins
Landesinnere. Dabei ist dieses Dünenfeld extrem dynamisch. Der Sand wir
permanent bewegt und der Südwestwind bringt fortwährend weiteren
Sand mit sich, so dass die Dünen stetig wachsen, sich ausdehnen und
wandern. |
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Bei der Etappe über das Dünenfeld kamen
uns manchmal vor wie Lawrence von Arabien: Um uns nur Sand und weiter
Himmel und das Gefühl von Unendlichkeit. Bei den steilen Passagen im
Dünenfeld hatte
ich manchmal das Gefühl, gar nicht vorwärts zu kommen. Thomas
beschreibt dies folgendermaßen: "Zwei Schritte vor und 1 1/2
wieder zurückrutschen....."
Der Wind war mitunter so stark, dass wir uns richtig dagegen
lehnen mussten - und wir wurden völlig paniert, der feine Sand
war überall - in den Ohren, in den Augen, zwischen den Zähnen,..... leider
auch in unserer Kamera. |
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Nach 5
1/2 Std. waren wir wieder an der Rangerstation und haben uns zurück
gemeldet. Trotz der Anstrengung waren wir wie beseelt von den zwei
Tagen der Wanderung.
Wir sind zurück in
unsere heimelige Ferienwohnung, unter die Dusche und ins Bett - uns taten
so die Knochen weh. Aber wer denkt, dass er einen schwierigen Trail aus
dem Stand läuft, ohne seit Monaten etwas für die Fitness getan zu haben,
der hat es nicht anders verdient...
Wir haben zwar zwei Tage
zur Regeneration gebraucht - aber es hat sich gelohnt. Jederzeit würden
wir den Trail nochmals laufen. |
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| Tsitsikamma -
Nationalpark |
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| Schweren
Herzens haben wir uns von Canon Rocks und den netten Besitzern unserer
Ferienwohnung verabschiedet und sind zum Tsitsikamma-Nationalpark
weitergefahren. Dieser ist Teil der weltbekannten Garden Route, die sich
im Süden des Landes der Küste entlangstreckt. |
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| Der Nationalpark besticht
durch eine dramatische Felsenküste, kleine Buchten mit schönen
Stränden, tiefe Schluchten und noch nahezu unberührtem Wald (während außerhalb des Parks alles komplett abgeholzt wurde, die
Hügel sind kahl, die Landschaft nicht wirklich schön). Die Küste
des Tsitsikamma Nationsparks ist gleichfalls das älteste Marinereservat
des Landes mit vielen Wasservögeln und einer reichen Unterwasserflora und
-fauna. Nein, getaucht sind wir hier nicht, das Wasser hat ca. 15° C und
die Strömungen sind stark und gefährlich.
Die Mündung des Storm
Rivers in den Indischen Ozean ist sicherlich der am meisten besuchte Ort
im Park.
Das Wetter war zwar ganz
schön, aber der Wind war mitunter unglaublich stark. So sind wir uns mal
wieder in einem Backpacker abgestiegen. |
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| Ein
Mitarbeiter des Backpackers erzählte uns von einer
kombinierten Mountainbike- und Wandertour zur Mündung des Storm
Rivers. Und so haben wir uns Mountainbikes gemietet, die Karte besorgt und haben diese Tour
gemacht. Zunächst mit den Bikes bergauf, bergab durch ein Naturreservat
bis zu einem Aussichtspunkt auf das Meer und die Flussmündung weit unter
uns. |
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Am
Aussichtspunkt haben wir die Räder im Gebüsch versteckt und sind
zu Fuß steil abgestiegen zum Storm River Mouth. Auf dem Weg gab´s immer
wieder tolle Ausblicke auf die Schlucht des Storm Rivers und die
Hängebrücken, auf denen der Fluss überquert werden kann.
Und als wir am Storm
River Mouth den staatlichen Campground gesehen haben, der wunderschön
direkt am Meer liegt, haben wir uns bei den Rangern gleich einen Platz
gebucht und sind nach unserer Rückkehr von der Tour gleich umgezogen.
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| An diesem
Campingplatz wurde das Alltagsgeschäft, hier beim Kochen, zum Vergnügen.
Am frühen Abend spielten wenige Meter vor uns Delfine in den
Brandungswellen und weiter draußen zogen die Wale in ihre Futtergründe
in die Antarktis.
Herz was willst Du mehr! |

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Küche
mit Aussicht.... |
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| Wir
haben die Zeit im Tsitsikamma Nationalpark hauptsächlich mit Wandern
zugebracht. So sind wir die erste Etappe des Otter-Trails, der
landesweit populärsten mehrtägigen Wanderung gelaufen (um ein Permit zu
erhalten muss man sich mind. 1 Jahr im Voraus anmelden und muss dann den
Termin nehmen, den man zugewiesen bekommt). Es war eine schöne, aber
schwierige Tour der großartigen Küste entlang. Leider mussten wir auf
dieser Wanderung als Ersthelfer eines Unfalls aktiv werden. Eine
holländische Frau ist ca. 4 m die Klippen, teilweise runtergestürzt,
teilweise runtergeruscht und lag unter Schock, mit Schürfwunden, schwerer
Atmung und Schmerzen auf den Felsen. Sie hatte einen Führer dabei und so
haben wir ausgemacht, dass er möglichst schnell zur Rangerstation
zurückläuft und die Versorgung der verletzten Frau organisiert, während
wir vor Ort bleiben und uns um die Frau kümmern. So ganz wohl war uns
nicht bei der Sache. Es war sehr heiß, wir konnten sie nicht in den
Schatten bringen und so sorgten wir dafür, dass sie nicht dehydriert.
Auch war ihr Puls so schnell und flach, dass ich befürchtet habe, sie
kollabiert uns noch - aber sie blieb zum Glück die ganze Zeit
ansprechbar. Der Guide muss wohl über die Felsen gejoggt sein - die
Ranger war überraschend schnell vor Ort und so konnten wir unseren Weg
fortsetzen. Als wir aber nach Stunden wieder an der Stelle vorbeikamen,
war die Verletzte immer noch nicht geborgen - aber 5 min. vorher kam ein
Arzt hinzu und man suchte einen Weg, sie aus dem schwierigen Gelände
heraus zu bringen.
Am nächsten Tag habe ich
mich nach ihr erkundigt und wir haben erfahren, dass sie 5 Rippen und ein
Handgelenk gebrochen und darüber hinaus natürlich viele Schürfwunden
und Prellungen erlitten hat, dass es ihr aber, den Umständen
entsprechend, wieder ganz gut ginge. |
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...immer
der Küste entlang auf felsigem Terrain |
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