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| Argentinien
- Patagonien 29.01.-09.02.2010 |
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| Von
tropisch heißen Puerto Iguazú sind wir über Buenos Aires nach El
Calafate, Patagonien geflogen.
Und hier kamen dann lange Unterhose, Schal, Mütze, Fleecejacke,
Handschuhe und wind- und wasserdichte Jacke zum Dauereinsatz. Hier ist zwar
Hochsommer, aber die Temperaturen sind dennoch eher wie im späten Winter bei uns in Mitteleuropa. Man spürt die Sonne, aber es ist dennoch
kalt. Hinzu kommt der eiskalte Wind, der alles viel kälter erscheinen
lässt. |
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El Calafate
ist Ausgangspunkt für Besuche im südlichen Teil des Parque National los
Glaciares. Die Straßen der kleinen Stadt sind bevölkert mit Gore-Tex-bekleideten Touristen aus der ganzen
Welt. Man kommt hierher, um die Gletscher zu sehen.
Dabei ist El Calafate
nicht Patagonien. Die Atmosphäre hat uns immer wieder an einen Skiort in der
Schweiz oder in Österreich erinnert. Restaurants und Cafés,
Souvenir- und Ausrüstungsläden, Touranbieter, auf den Strassen
hauptsächlich Touristen,....
Sobald man jedoch aus der Stadt
rauskommt, ist es weit, einsam und still. Steppe, die
schneebedeckten Gipfel der Anden, eisblaue Seen und klare Flüsse prägen
die Szenerie. |
| Fast
der südlichste Punkt unserer Reise und die größte Entfernung nach
Deutschland |
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| Parque National los Glaciares
(südlicher Teil) |
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| Das
drittgrößte Eisfeld der Welt (nach der Antarktis und Grönland) liegt
hier in Patagonien (auf chilenischer und argentinischer Seite). Über dem
Pazifik bilden sich permanent mit viel Feuchtigkeit beladene Wolken. Diese
Feuchtigkeit wird über den Anden in Form von Schnee abgeladen und unter
massivem Druck zu Eis gepresst. Diese Eismassen fließen ostwärts und
bilden die Gletscher im Parque National los Glaciares.
Der am leichtesten zugängliche
und zugleich der dynamischte Gletscher ist der Perito Moreno.
Mit seinen 30 km Länge, 5 km Breite und fast 60 m Höhe ist er nicht nur
wegen seiner Größe spektakulär. Was ihn besonders hervorhebt ist, dass er mit einer fast 60 m hohen Wand in
den Lago Argentina kalbt und nicht als Moräne ausläuft, wie man es von anderen
Gletschern kennt.
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Der Perito Moreno selbst
ist nicht, wie so viele andere seiner Art, vom Schwund betroffen. Der
Gletscher ist stabil, trotz dessen, dass er permanent kalbt. Ca. 30 % des
Gletschers schmelzen, dafür sind 70 % des Gletschers im Wachstum. Da das
Wachstum der Gletscher ungleich langsamer ist, ist dieser Gletscher im
Gleichgewicht. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die
meisten Gletscher hier im südlichen Eisfeld vom Schwund betroffen sind.
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| Schon von weiter Ferne hört man das Donnern des kalbenden Gletschers
und wenn man riesige Eisbrocken aus dem Gletscher brechen sieht, die
dann große
Wellen im See verursachen, dann ist das ziemlich beeindruckend.
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| Wir
haben eine geführte Gletscherwanderung auf dem Perito Moreno gemacht. Bevor es
losging hat unser Guide erklärt, wie man mit den Steigeisen an den
Füßen läuft. "Aufwärts wie Charlie Chaplin und abwärts wie ein
Affe." Sieht vielleicht etwas komisch aus, aber funktioniert
gut.
Dann ging es über das
Eis, vorbei an großen und kleinen Gletscherspalten, Wasserläufen, tiefen,
mit Wasser gefüllte Hohlräumen, .... Wir waren erstaunt, wie vielseitig
die Oberfläche des Gletschers ist. |

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| Hier
einige Eindrücke von unserer Gletscherwanderung: |
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Was wie Schmutz auf dem
Gletscher aussieht, ist Staub und Sand, der durch den permanenten Wind von
der Steppe hergeweht wird.
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| Lago Roca
und Cerro Cristal
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Lago Roca |
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Der Lago Roca, ein Seitenarm des Lago
Argentina, ist Teil des Parque National los Glaciares. Für uns war der
See Ausgangspunkt einer Wanderung, die uns einen tagelangen schweren
Muskelkater beschert hat. Das Ziel war der Gipfel des Cerro Cristal, von
dem man auf der einen Seite einen phantastischen Blick auf den Perito Moreno
und den Lago Argentina mit all seinen Seitenarmen hat und auf der anderen
Seite sieht man die schneebedeckten Andengipfel und vor allem den Torre
del Paine auf der chilenischen Seite. Um diesen Ausblick jedoch genießen
zu können, muss man steil aufsteigen. Wir sind fast 1200 Höhenmeter
aufgestiegen und dabei stundenlang auf den Ballen gelaufen. Und dann
trafen wir drei deutsche Wanderer, die bereits beim Abstieg waren und die
meinten, das letzte Stück sei fast senkrecht.....Sie hatten recht - das
war echt so was von steil und ging dazu noch über ein Geröllfeld. Aber
die Mühe hatte sich gelohnt ("...und die Schmerzen auch." OT
Thomas).
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Begegnung
unterwegs....ein Guanaco |
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Die Ausblicke vom Gipfel
des Cerro Cristal waren wirklich atemberaubend - aber der Wind war so
stark und eiskalt, dass innerhalb weniger Minuten die Finger (trotz
Handschuhe) taub wurden und einem das Gesicht einfror. Wir haben ein
Gipfelbild gemacht und sind abgestiegen. Wobei das vielleicht nicht der
richtige Ausdruck ist: Wir sind vielmehr runtergerannt - anders ging es
nicht... man konnte kaum bremsen.
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| Und vor
lauter Kälte haben wir vergessen, ein Bild von der chilenischen Seite zu
machen.
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| El Chalten und Parque National los Glaciares -
nördlicher Teil |
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| Ausgangspunkt
für Wanderungen und Klettertouren im nördlichen Teil des Nationalparks
ist El Chalten. Ein 600-Seelen-Dorf, welches sich zum Bergsteiger-Mekka
Argentiniens entwickelt hat und nun im Sommer von Wanderern und
Kletterern bevölkert ist und das dann nach der Saison in einen
Winterschlaf verfällt.
Die Lage des Dorfes am
Fuße des Fitz Roy (3405 m) und des Cerro Torres (3128m) ist einmalig und
wir haben uns hier, in diesem kleinen Nest, sehr wohlgefühlt. Und
man glaubt es kaum - nirgends haben wir besser gegessen als hier. |

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| Als wir ankamen, klarte der Himmel auf und wir
machten uns gleich zur ersten Tour auf. So konnten wir den Fitz Roy und den Cerro Torre in ihrer ganzen Pracht bestaunen.
In den nächsten Tagen waren die Berge immer hinter dicken Wolken
verborgen.
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| Wir
haben vier Tage hier verbracht und haben vier Jahreszeiten erlebt. Schnee-
und Graupelschauer, starker eiskalter Wind, Sonne und Regen. Dennoch waren
wir jeden Tag unterwegs und haben den Nationalpark in drei Wanderungen und
einer Bootstour erkundet.
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Bei der Tour
zum Gletscher und Gletschersee am Fuße des Cerro Torres hatten wir
wettermäßig Glück (heißt soviel wie: kein Regen und kein Schnee). Fast immer Sonne (und natürlich starker Wind) und
einen schönen Blick auf den Gletscher des Cerro Solo. Eigentlich wollten
wir ja bis zum Gletscher des Cerro Torres laufen. Aber an der Rangerstation
wurde uns bereits gesagt, dass dies bei starken Wind sehr gefährlich sei
und wir die Bedingungen, wenn wir dort ankommen, abwarten sollen. Es gab
nicht viel zu überlegen. Der Wind war unglaublich stark und hätte uns
wohl vom Grat geweht.
Leider blieb der Cerro
Torre den ganzen Tag in einer dicken Wolkenschicht verborgen. |
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Pause am
Gletschersee. Im
Hintergrund, verdeckt von den Wolken, ist der Cerro Torre |
So
sieht er aus - wenn er denn zu sehen
ist.
Cerro
Torre, aufgenommen am Tag unserer Anreise |
| Bei der Wanderung zum Fuße des Poincenot
starteten wir schon bei bedecktem Himmel und kaum haben wir den Aufstieg
begonnen, fing es an zu schneien. Der Schnee ging dann in heftigen
Graupelschauer über, der dann in einen Graupelsturm mündete. War nicht
wirklich gemütlich. Von den Bergen haben wir wiederum nichts
gesehen, dafür Wolken, Nebel und grauen Himmel und beim Abstieg noch einige schöne
Spechte - immerhin. |
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| Außergewöhnlich,
aber gut fanden wir, dass hier kein NP-Eintritt verlangt wird und
das Campen auf den Campingplätzen im Park umsonst möglich ist (nein- wir
haben nicht gecampt.... wir sind in einer kleinen Hosteria im Dorf
abgestiegen). |
| Und
weil es hier so kalt ist und wir uns oft draussen aufhalten, braucht es
natürlich viel Energie - die haben wir in Form von Fett und Zucker zu uns
genommen.
Nach jeder Tour führte uns unser Weg in die Bäckerei "La
Nieve", wo wir uns süße Stückchen und Alfajores gekauft haben um dann mit
unserer Tüte in die dazugehörige Cafeteria zu sitzen und dort Submarinos
(heiße Milch, in die ein Schokoriegel gelegt wird, der dann langsam
schmilzt - schmeckt sehr köstlich) zu bestellen. So lässt es sich gut
leben.
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| Von El
Chalten sind wir mit dem Bus wieder zurück nach El Calafate um von dort
gleich am nächsten Tag nach Chile einzureisen. Dort steht dann der
Nationalpark Torres del Paine auf unserem Reiseplan.
Obwohl es uns oft kalt
war und wir uns so manches Mal nach tropischer Wärme sehnten, war es
dennoch eine schöne Zeit, die wir hier im Süden Argentiniens verbracht
haben. Der Perito Moreno, unser Aufstieg auf den Cerro Cristal, die
Wanderungen in den Bergen um El Chalten und unsere Besuche in der
Panaderia La Nieve werden uns in Erinnerung bleiben. Und für alle, die
einen Patagonien-Besuch ins Auge fassen: Dies ist nur eine Destination
für Menschen, die gerne Wandern oder Klettern und denen extreme
Temperaturen (vor allem Kälte) und starker Wind nichts ausmachen. Und
unbedingt ins Reisegepäck gehören Oropax. Die Wände in den patagonischen Häusern
sind sehr dünn und man nimmt regen Anteil an nahezu allen Aktivitäten
der Zimmernachbarn. |
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